Beit Jala, Palästina

Entstehung der Partnerschaft

Die Stadt Jena ist mit Beit Jala seit September 2011 städteparternschaftlich verbunden. Die Kontakte zu Beit Jala entstanden in der Zusammenarbeit mit unserer französischen Partnerstadt Aubervilliers, deren Partnerstadt Beit Jala bereits seit 1997 ist.

In dieser trilateralen Beziehung wird vor allem Projektarbeit geleistet, die in einer Kooperationsvereinbarung im Dezember 2008 begründet wurde.

Geografie und Gesellschaft

Die palästinensische Stadt befindet sich 2 km östlich von Bethlehem und 10 km südlich von Jerusalem, im Gebiet des Westjordanlandes. Beit Jala ist von seiner Hügellage geprägt und befindet sich durchschnittlich auf einer Höhe von 758 m.

Die ersten Siedlungen im heutigen Beit Jala, entstanden wahrscheinlich bereits 3000 v.Chr. Und beherbergten das Volk der Kanaaiter. Heute hat Beit Jala, welches 1912 zur Stadt erklärt wurde und dessen Name "Grasteppich" im Aramäischen bedeutet, rund 17.500 Einwohner. Davon sind ca. 60 % Christen und 40 % Muslime. Laut Gesetz muss der Bürgermeister der Stadt christlicher Konfession sein.

Auch im Ausland - besonders in Argentinien und Chile - leben um die 100.000, ursprünglich aus Beit Jala stammende Menschen.

Bildung und Kultur

Es gibt drei öffentlich und sechs private Schulen, die von religiösen Einrichtungen getragen werden, im Stadtgebiet Beit Jalas. Eine weitere Bildungseinrichtung wird vom "Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge" getragen.

Die Hochschulbildung wird ermöglicht durch eine Universität, die Al Quds Open University sowie eine Berufsschule und die Bethlehem Musik-Akadamie.

Ergänzt wird das Angebot durch zwei kirchliche Schulen, die zum Beispiel eine Ausbildung im Hotelfach ermöglichen. Eine davon ist die Talitha-Kumi-Schule in deutscher Trägerschaft, die auch zu einen, in Deutschland anerkannten, Abitur führt.

Das Stadtbild Beit Jalas ist geprägt durch seine fünf Kirchen und zwei Moscheen, die die Bedeutung der Religion in der palästinensischen Stadt verdeutlichen.

Römische, byzantische und islamische Ruinen zeugen außerdem von der bewegten und langen Geschichte des Gebietes.

Wirtschaft und Tourismus

Ein wichtiger Wirtschaftssektor Beit Jalas ist die Landwirtschaft. Es werden Oliven, Aprikosen und Wein angebaut. Das größte Weingut des Landes ist das Salesianerkloster Cremisan.

Außerdem werden Bausteine, Textilien, Möbel, Medikamente sowie Zigaretten hergestellt. In der Industrie sind ca. 25 % der Beschäftigten tätig, 25 % im Handel und 30 % im Dienstleistungssektor.

Ungefähr ein Viertel der Bevölkerung Beit Jalas ist arbeitslos. Die insgesamt schwierige wirtschaftliche Situtation sowie der schlechte Lebensstandard der Bevölkerung sind Folge der Trennungsmauer, welche einen Austausch mit Israel blockiert.

Aufgrund der turbulenten politischen Verhältnisse im Land, ist es auch schwer den Tourismus in der Region zu fördern. Nichtsdestotrotz bietet Beit Jala lohnende Ausflugsziele für Besucher. Besonders eindrucksvoll ist die griechisch-orthodoxe Kirche St. Nicolas sowie die Beit Jala Al Kabeer Moschee. Auch zwei Theater, das Bethlehem Museum sowie einige Shooping-Center können besucht werden.

Die Talitha Kumi Schule oder Abrahams Herberge bieten komfortable Unterbringungen.

Beziehung Palästina zu Deutschland

Die Bundesrepublik unterstützt die palästinensischen Autonomiegebiete. Es besteht Zusammenarbeit in Bereichen der Wirtschaft, Bildung, Wissenschaft und Entwicklungshilfe. Deutschland unterstützt die Zwei-Staaten-Lösung im Westjordanland und dem Gaza-Streifen, plädiert aber auch für eine inner-palästinensische Befriedung und das Existenzrecht eines jüdischen, demokratisches Staates Israel.

Seit 2008 gibt es regelmäßig stattfindende Regierungskonsultationen, bei denen besonders Probleme rund um Wasserversorgung und Abfallmanagement in Palästina besprochen werden.

In Ramallah haben ein Goethe-Institut und das Deutsch-Französsiche Kulturzentrum ihren Sitz. Etliche Partnerschaften zwischen deutschen und palästinensischen Hochschulen fördern den Austausch von jungen Studierenden und Kooperationen bei gemeinsamen Forschungsprojekten.

Projektauswahl

Das jährlich stattfindende Friedens-und Kulturfest in Beit Jala bildet einen zentralen Anknüpfungspunkt in der Zusammenarbeit der beiden Partnerstädte.

Der Jenaer Circus MOMOLO gestaltete das Fest 2017 mithilfe von vier Artisten und einer Koordinatorin tatkräftig mit. Gemeinsam mit der Palestinian Circus School wurde mehrere Workshops durchgeführt, bei denen zum Beispiel Akrobatik und Jonglage-Einlagen trainiert werden konnten. Nach etlichen Proben und einer Zirkusvorstellung des befreundeten Zirkus aus Hebron kam es am Abend des 09.11.2017 schließlich zur einstündigen Show der Artisten des Circus MOMOLO und der Palestinian Circus School. Die über 1000 Besucher des Festivals waren durchweg begeistert.

Mit dem Leiter des Al Harah Theaters in Beit Jala gab es darüber hinaus Absprachen zu künftigen Kooperationen und Projekten, um weiterhin den kulturellen Austausch zu fördern und die Partnerschaft zwischen Jena und seiner Partnerstadt zu stärken.

Selbstverständlich wurde das Projekt finanziell von der Saalestadt, die den entsprechenden Auftrag gab, unterstützt.

Im April 2017 fand außerdem eine Jugendbildungsreise von Jenaer Fußballfans nach Israel und ins palästinensische Autonomiegebiet statt. In Beit Jala wurde zum Beispiel der Kunstrasenplatz besucht, der mit Hilfe Jenas und Bergisch-Gladbachs, einer weiteren deutschen Partnerstadt Beit Jalas, geschaffen werden konnte. Der chirstlichen "Hope-School" wurde anlässlich der Reise ein kompletter Mannschaftssatz von Fußballtrikots des FC Carl Zeiss Jena geschenkt.

Downloads

Partnerstadt Beit Jala - Kontaktdaten

Palestinian National Authority
Ministry of Local Government
Beit Jala Municipality
Herr Nicola Khamis oder Mr. Raji Zeidan
P.O. Box 1
Beit Jala
Palestine

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