Erlangen, Deutschland

Entstehung der Partnerschaft

Eine besonders intensive und und ausgeprägte Partnerschaft verbindet die beiden deutschen Städte Jena und Erlangen.

Am 19.03.1987 wurde die Städtepartnerschaft im Stadtrat Erlangen beschlossen und am 08.04.1987 in Jena schriftlich besiegelt. Die bayrische Großstadt bemühte sich damals sehr um die Kooperation, nicht zuletzt um somit einen Beitrag zu einem geeinten Deutschland zu leisten. Dafür wurde die Partnerschaft 2010 mit dem Einheitspreis ausgezeichnet, den der damalige Bundesinnenminister Thomas de Maiziére an die Oberbürgermeister der Städte verlieh.

Ein intensiver Austausch war seit dem Fall der innerdeutschen Grenze im November 1989 möglich, wobei die ersten Kontakte vorwiegend durch das universitäre Umfeld geknüpft wurden.

Heute bestehen gefestigte Verwaltungskontakte sowie rege Kontakte zwischen den Bürgern beider Städte.

Gesellschaft und Geografie

Erlangen liegt - mit Auto (Bundesautobahn A3, A73), Eisenbahn (Nürnberg-Berlin) und Flugzeug (Flughafen Nürnberg) hervorragend zu erreichen - rund 180 km nördlich der Landeshauptstadt München am Nordrand des mittelfränkischen Wirtschaftsgroßraumes Nürnberg-Fürth-Erlangen-Schwabach.

Die durchschnittliche Höhe der Stadt liegt bei 279 Metern über dem Meeresspiegel (Bahnhof).

Gegliedert ist Erlangen in neun Stadtteile und 40 Bezirke, in denen insgesamt ca. 112.800 Einwohner gemeldet sind. Diese setzen sich aus 150 Nationen zusammen, darunter 8 % Türken, 7 % Inder sowie 6 % Chinesen und Italiener. Der Ausländeranteil der Stadt liegt somit bei ca. 18.4 %, was auf die große Internationalität Erlangens verweist.

Dank der rund 40.000 Studenten der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) findet man zudem eine sehr junge und offene Bevölkerung vor.

Kultur und Bildung

Neben der FAU gibt es eine Auswahl zahlreicher weiterer Forschungseinrichtungen der Stadt. Darunter:

  • Siemens-Forschungszentrum
  • Innovations- und Gründerzentrum (IGZ)
  • Innovationszentrum Medizintechnik und Pharma (IZMP)
  • Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS)
  • Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie (IISB)
  • Bayerisches Laserzentrum
  • Max-Planck-Forschungsgruppe Optik, Information und Photonik
  • ZAE - Zentrum für Angewandte Energieforschung
  • Software Stützpunkt Region Nürnberg Modernes Forschungslabor der FAU

Auch in kulturellen Aspekten ist Erlangen breit aufgestellt.

Dauerausstellungen im Kunst-oder Stadtmuseum Erlangen sowie die Skulpturengärten in Tennenlohe und am Burgberg werden durch regelmäßig wechselnde Wanderausstellungen ergänzt.

Das E-Werk ist Kulturzentrum der Stadt und trägt seinen Namen durch die frühere Funktion als Elektrizitätswerk. Heute finden soziokulturelle Veranstaltungen wie Konzerte, Poetryslams oder Theateraufführungen hier statt. Auch ein Kino, eine Fahrrad- und Töpferwerkstatt bieten Möglichkeiten zum kreativen Ausleben.

Öffentliche Diskussionsrunden zum kulturpolitischen Diskurs der Partnerstadt finden im Rahmen der Erlanger Kulturdialoge statt, bei denen sich Bürger, Vereine und Künstler beteiligen und austauschen können.

Wirtschaft und Tourismus

Erlangen ist das Hightech-Zentrum Nordbayerns. Die bereits aufgelisteten Forschungseinrichtungen zeigen das Vorhandensein eines extrem hohen technischen Know-hows und Standards, der sich in der Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft begründet.

Der größte Arbeitgeber ist die Siemens AG (ca. 34.500 Beschäftigte am Gesamtstandort), gefolgt von der Universität (12.000 Beschäftigte) und der Stadtverwaltung (ca. 2.500 Beschäftigte). Erlangen besitzt die drittgrößte Arbeitsplatzdichte in Bayern und bundesweit überdurchschnittliche Einkommen und dementsprechend hohe Kaufkraft.

Die bayrische Stadt ist für ihre Braukunst berühmt und alljährlich zu Pfingsten findet hier das älteste Volksfest Deutschlands statt: die Erlanger Bergkirchweih. Ein absoluter Anziehungsmagnet für Gäste aus nah und fern, die die Stadt auf bierhistorischen Rundgängen erkunden können. Neben dem Biermuseum Steinbachbräu, gibt es unter anderem das Siemens Healthineers MedMuseum und fünf eindrucksvolle Kirchbauten zu bestaunen.

Dank dem Botanischen Garten, dem Schlossgarten mit dem Hugenottenbrunnen und dem Markgrafenschloss samt Anlage ist Erlangen zudem eine sehr grüne Stadt, die zahlreiche Möglichkeiten zum Spazieren und Erholen an der frischen Luft bietet.

Projektauswahl

Die Städtepartnerschaft zwischen Jena und Erlangen ist so facettenreich und vielfältig, dass nur ein sehr geringer Anteil der gemeinsamen Projekte beleuchtet werden kann.

Auf kultureller, sportlicher, wirtschaftlicher, politischer und vor allem freundschaftlicher Ebene gibt es zahllose Aktionen und Kooperationen, die die Partnerschaft immer wieder aufs Neue stärken und voran treiben.

Eine der schönsten Traditionen ist der gemeinsame Festakt zum dritten Oktober jeden Jahres, der abwechselnd als Partnerschaftstag in Erlangen oder Jena stattfindet. Dabei feiern Bürger beider Städte gemeinsam ihre langjährigen Beziehungen, wecken alte Erinnerungen und knüpfen neue Kontakte. Es wird gesungen, gelacht und geplaudert.

Zum alljährlich wiederkehrenden Ritual könnte auch der gemeinsame Anstich des ersten Bierfasses der zwölftägigen Bergkirchweih in Erlangen werden. In unserer Bildergalerie sind dabei OB Dr. Florian Janik und Dr. Thomas Nitzsche zu sehen, die diese Aufgabe beim Volksfest 2018 schon bravourös gemeistert haben.

Wer mehr über die Städtepartnerschaft Jena – Erlangen erfahren möchte, die 2017 ihr 30-jähriges Bestehen feierte, kann einen Blick in die anlässlich dazu erstellte Broschüre "Eine deutsche Freundschaft Wege zueinander" werfen.

In der Thüringer Vierteljahresschrift für Zeitgeschichte und Politik, der "Gerbergasse 18" Ausgabe 3/2015, wurde der spannende Artikel "Flucht ins Jenaer Nachtleben" von dem Stadthistoriker Dr. Rüdiger Stutz veröffentlicht. Hier werden die nicht immer einfachen Anfänge der Städtepartnerschaft und der unbedingte Willen der Bürger für ein friedvolles und gemeinschaftliches Zusammenleben anschaulich beschrieben.

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